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Kindervogelschießen in Heiligenhafen

 

Eine besonders schöne und alte Tradition ist das Kindervogelschießen in der Stadt Heiligenhafen, das alle Kriege und politischen Wirren bis zum heutigen Tage überdauert hat.

 

1777

 

 

Die erste Königskette wurde von Jürgen Karck für die „Kinder-Gilde“ gestiftet.

 

Anlässlich des 150jährigen Bestehens des Kindervogelschießens wurde eine neue Königskette angeschafft. Gestiftet wurde diese von der Stadt Heiligenhafen, dem Bürger- und Verkehrsverein und (in dankbarer Erinnerung an seine Schulzeit von 1887 bis 1895) von Max Bunge, Heiligenhafen – Tsingtau.

 

1877

 

 

Das Kindervogelschießen wurde von den Heiligenhafener Schulen erstmalig in eigener Regie für alle Kinder durchgeführt.

 

1892

 

 

Eine Schulkapelle spielt erstmals anlässlich des Kindervogelschießens.

 

1925

 

 

Nach dem Schießen, Vogelpicken für die Mädchen der 8. Klassen und den Spielen für die anderen Klassen im Stadtpark - der Schöpfer des Parks, Lauritz Maßmann, hatte dies testamentarisch geregelt - und dem Umzug durch die Stadt, schloss sich eine Kranzniederlegung am Ehrenmal im Park an.

 

Abends tanzten die Kinder in den Sälen der Stadt.

 

1927

 

 

Für die Königin gab es ab 1927 eine silberne Krone.

 

Diese wurde gestiftet von dem Fabrikanten Müller aus Hannover zum Andenken an seine Enkelin Else Dannenberg,

Königin im Jahr 1927.

 

1948

 

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Fest wieder gefeiert. Da der Stadtpark zwischenzeitlich zu klein geworden war, ging man ab 1949 auf den danebenliegenden Sportplatz.

 

1955

 

 

Zunächst durch den Bürgervorsteher, später durch den Bürgermeister, wurde in einer kleinen Feierstunde vor dem Rathaus, dem Hauptkönigspaar ein Präsent überreicht.

 

Die Zeichen ihrer Würde - Königskette und Krone - empfingen die Majestäten aus den Händen des vorjährigen Königspaares.

 

1957

 

 

Ab diesem Jahr hielt die Schule das Fest auf dem Platz der Gilde am Eichholzweg ab. Nach der Errichtung des Gildehauses (Gill-Hus) auf dem Graswarder wurde auch das Kindervogelschießen dorthin verlegt.

 

1963

 

 

Die Schüler schießen auf einen hölzernen Vogel um die Königswürde.

 

Die Mädchen ermittelten durch sogenanntes „Vogelpicken“ ihre Hauptkönigin der 8. Klassen. Das Mädchen mit der höchsten „Ringzahl“ war die Hauptkönigin.

 

1972

 

 

Auf dem Gildeplatz wird mit Luftgewehren auf zwei Miniatur-Nachbauten des „Sächsischen Vogels“ (Große Bürgergilde), das Hauptkönigspaar ausgeschossen.

 

Anschließend wurde das Hauptkönigspaar in einer Kutsche unter den Klängen des Spielmannszuges nach Hause gebracht.

 

1974

 

 

Das Kindervogelschießen fand erstmalig an 2 Tagen statt.

 

Am ersten Tag fanden die Klassenspiele statt, am zweiten Tag erfolgte der festliche Umzug mit anschließendem Königsschießen.

 

1976

 

 

Der Bürgervorsteher überreichte einen Wappenteller mit Gravur als Präsent.

 

Die Gilde (2. Ältermann) überreichte je einen Esslöffel an die Majestäten.

 

1988

 

 

Erstmalig hat sich ein Hauptkönigspaar in das „Goldene Buch“ der Stadt Heiligenhafen eingetragen.

 

Dies waren am 14. Juni 1988: Birte Vietzent und Dirk Clausen.

 

Dieser schöne Brauch wird bis heute fortgesetzt.

 

2011

 

 

Seit diesem Zeitpunkt wird das Kindervogelschießen nur noch von den 1. bis 4. Klassen durchgeführt.

 

Das Hauptkönigspaar wird unter den Königinnen und Königen der 4. Klassen durch Vogelpicken ermittelt.

 

Die Veranstaltung findet nur noch an einem Tag statt. Morgens Spiele, nachmittags ein kleiner Umzug. Im Anschluss daran wird das Hauptkönigspaar vom Bürgermeister vor dem Rathaus empfangen und trägt sich in das „Goldene Buch“ ein und bekommt ein kleines Präsent überreicht.